Offizielles Portal der Samtgemeinde Elm-Asse
  

Die Mitgliedsgemeinde Wittmar

Wittmar liegt unmittelbar an der Asse. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1244. Umfangreiche archäologische Ausgrabungen in den Jahren 1975 und 1976 mit Funden ans den Kulturgruppen der Bandkeramiker und Rössener belegen jedoch, daß schon vor mehr als 4000 Jahren Menschen am Südhang der Asse gelebt haben.

Die Bedeutung des Ortsnamens setzt sich zusammen aus Witt - zu niederhochdeutsch Weiß - und mar oder mari aus dem althochdeutschen sumpfige Gegend, Teich, kleiner See.

Der Ort war für viele Jahrhunderte eine kleine Ansiedlung unterhalb der Asse. Die nahegelegene Burg von Gunzelin von Wolfenbüttel, hat sich bestimmend auf das Leben im Dorf ausgewirkt. Wie in allen Dörfern, so war auch in Wittmar das Leben von der Landwirtschaft bestimmt. Eine einschneidende Veränderung erfolgte jedoch, als im Jahre 1899 der Kalibergbau begann. 1899 lebten hier 180 Einwohner. Im Jahre 1905 war die Einwohnerzahl bereits auf 850 angestiegen. Eine Veränderung im großen Umfang vollzog sich. Neue Wohnhäuser wurden errichtet, ein Schulneubau wurde vorgenommen und das Dorf erhielt eine zentrale Wasserversorgung. Im Juli 1906 brach Wasser in den Schacht ein und die Förderung mußte eingestellt werden. Ein neuer Schacht wurde bei Remlingen niedergebracht. Über eine Seilbahn wurde das Salz zur Fabrik nach Wittmar befördert. Bereits 1908 wurde die Produktion im Werk Wittmar fortgesetzt. Die Krisen nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in der Kaliindustrie waren aber auch hier zu spüren. Die Produktion wurde von Kalisalz auf Steinsalz umgestellt. Das beliebte ASSE-SONNENSALZ wurde in viele Länder Europas exportiert. Im März 1964 wurde der Betrieb eingestellt. Die Zeit des Salzbergbaus ging zu Ende. Auch wenn die Fabrikanlagen inzwischen abgerissen worden sind, erinnern die Bergmannshäuser noch an diese Zeit.

Lore des ehemaligen Salzbergwerkes

Wittmar hat sich in den letzten 40 Jahren vom Industriedorf zum Wohndorf entwickelt. Mehrere Baugebiete wurden erschlossen, die den Ort zu einer beliebten Wohngemeinde am Rande der Asse werden ließen. Im Ort haben sich einige Handwerksbetriebe niedergelassen. Die Bewohner sind jedoch hauptsächlich in Wolfenbüttel oder Braunschweig berufstätig. Wittmar hat zur Zeit rd. 1.150 Einwohner.

Seit kurzem ist der Bereich der Asse um Wittmar herum im Geo-Park "Harz/Braunschweiger Land/Ostfalen" durch zahlreiche Lehrpfade (Geologie) vertreten.

Die Versorgung der Bevölkerung wird durch einen Bäckereibetrieb, eine Fleischerei, einen Kiosk und zwei Gaststätten sichergestellt.

Das Leben in der Dorfgemeinschaft wird von dem regen Vereinsleben geprägt. Die Feuerwehr gibt es seit 1872. Sie ist damit die älteste Organisation in der Gemeinde und zählt auch zu den ältesten Wehren der Samtgemeinde. Die Feuerwehr ist Helfer in der Not, sie ist darüber hinaus aber auch immer ein aktiver Teil in der Dorfgemeinschaft. Im Jahre 1901 hat sich der Bergmannsverein gegründet. Im Turn- und Sportverein Vater Jahn werden seit 1902 in vielen Gruppen Freizeit- und Wettkampfsport betrieben. Mittelpunkt des Vereinslebens ist hierbei die Turnhalle und der Sportplatz am Rande der Asse. Der Schützenverein besteht seit dem Jahre 1921 und verfügt über ein eigenes Vereinsheim. In den letzten Jahren waren die Erfolge in der Jugendarbeit der Lohn für die aktive Nachwuchsförderung. Eine Siedlergemeinschaft gibt es seit 1959. Ältere Mitbürger treffen sich im Seniorenkreis, der seit über 30 Jahren besteht. Ein abwechslungsreiches Programm bietet viel Unterhaltung für die Senioren im Dorf. Seit 1988 gibt es mit dem gemischten Chor Singkreis Asse wieder einen Gesangverein im Dorf. Er hat schon viele Veranstaltungen durch seine Darbietungen bereichert. Ein Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes hat sich im Jahre 1998 neu gebildet. Auch die evangelische Kirchengemeinde St. Barbara wirkt in vielfältiger Form in der Gemeinde.

Seit 1993 besteht der Kindergarten. In drei Gruppen werden hier 68 Kinder betreut. Hierbei ist auch eine integrative Gruppe für behinderte Kinder enthalten.

Die Asse ist ein Naherholungsgebiet für die Region Wolfenbüttel/Braunschweig. Wittmar ist daher für viele der Ausgangspunkt von Spaziergängen im Assewald. Neben der Natur laden hierzu auch einige Sehenswürdigkeiten ein. Im Verzeichnis der Kulturdenkmale im Landkreis Wolfenbüttel (herausgegeben von der Braunschweigischen Landschaft) ist Wittmar gleich 6 mal vertreten, und zwar mit


  • der Ruine der Asseburg. Die Burg wurde 1218 erbaut und 1492 zerstört,

  • dem Bismarckturm, der im Jahre 1901 errichtet wurde und einen Ausblick bis ins Harzvorland bietet,

  • der Gaststätte "Waldhaus zur Asse", die seit 150 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel ist,

  • der Revierförsterei Asse, ein 1837 errichtetes Wohnhaus des Hofbaumeisters Carl Theodor Ottmer,

  • der mittelalterlichen Kirche ohne Kirchturm (der Turm wurde um die Jahrhundertwende abgetragen),

  • einem Wehrturm, der heute als Wohnhaus dient.


Der Assebummler bei der Ankunft in Wittmar

Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit dem "Assebummler" - auch als Preußenzug bekannt - zwischen Braunschweig, Wolfenbüttel und der Waldgaststätte in Wittmar. Mit diesem historischen Zug ( Dampfbetrieb) können zur Zeit 4 - 5 mal jährlich interessierte Bürger verkehren. Der Betrieb erfolgt durch den Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e.V.

Blick vom Bismarckturm auf Wittmar.
Im Hintergrund der Harz und der Brocken.