Samtgemeinde Elm-Asse
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Herzlich willkommen auf der Info-Seite der Gemeinde Vahlberg mit den Ortsteilen Berklingen, Groß Vahlberg und Klein Vahlberg.
Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu den Ortsteilen der Gemeinde.

Groß Vahlberg

Bedingt durch die strategische Lage am Rande der Asse und wegen des guten Bodens war das land um Groß Vahlberg schon früh besiedelt. Ein nahe gelegenes Flurstück heißt „Potwiese“, was was möglicherweise auf das Vorkommen von Urnen hinweist. Man fand am Galgenberg neben Scherben aus dem 7. Jahrhundert auch eine Schnalle und einen Riemenbeschlag aus der Merowingerzeit. Der Ortsname basiert auf dem Begriff der “vale berge”, womit die Hänge des Gebirgszuges Asse gemeint waren. Val, also erdfarben, müssen sie gewesen sein als das Dorf 1242 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Seinerzeit saßen die Herren von Weferling auf diesem Fleck, der ihnen 500 Jahre lang als Vorwerk diente. Das Kloster Bursvelde verkaufte dem Blasiusstift in Braunschweig 1281 zwei Hufen in Groß Vahlberg. In einer gefälschten Urkunde liest man die Ortsbezeichnung „In Valeberge". In den Jahren 1237-1248 taucht immer wieder die Schreibweise de medio Valeberke auf, 1281 schrieb man in medio Valeberghe, 1299 Middelstenvaleberghe, 1315 in middelsten Valberghe und 1348 groten Valeberghe.
  Im Jahre 1776 kaufte der Herzoglich Braunschweigische Geheimrat Albrecht Emond Georg von Münchhausen das Lehnsgut, so berichtet Rembert Freiherr von Münchhausen, ein direkter Nachfahre jenes Geheimrats. Und er ist auch verwandt mit dem legendären Karl Friedrich Hieronymus von Münchhausen (1720-1797). Auf diesen Baron, der als braunschweigischer Offizier diente, gehen bekanntlich die herrlichen, fantasievollen Lügengeschichten zurück, die als „Wunderbare Reisen zu Wasser und zu Lande" Weltruhm in der Literatur ernteten. Dann gab es noch den Lyriker Bornes von Münchhausen (gestorben 1945), und eine Reihe von Persönlichkeiten aus dieser Familie am ehemals braunschweigischen Hof. Noch immer bewohnt die Familie Münchhausen das Rittergut, das die Entwicklung des kleinen Ortes geprägt hat. Doch wie in allen landwirtschaftlich orientierten Dörfern ist diese Verbindung nachhaltig zurückgegangen. Neben dem Gut fünf bewirtschaftete Höfe - nach dem zweiten Weltkrieg waren es noch zwölf.
Der herrliche Gutspark mit den exotischen Bäumen ist heute Landschaftsschutzgebiet. Im „Schönebusch", einem Wäldchen unweit des Dorfes befindet sich die Gedenkstätte derer von Münchhausen, von der aus eine Sichtachse weit ins Land reicht.

Berklingen

Die ersten Siedlungsspuren auf Berklinger Grund sind etwa 8000 Jahre alt, doch zu dieser Zeit siedelten die Menschen noch nicht fest, alle paar Generationen zogen sie weiter. Durchgehend besiedelt ist die Gemarkung seit etwa 300 vor Christus. Der Fund der „Berklinger Perle" bezeugt, dass die Leute „vom kleinen Berg", das bedeutet der Name Berklingen, schon Handel mit der römischen Welt betrieben. Urkundlich erwähnt wurde Berklingen erst vor 1000 Jahren, deshalb wird das Jahr 1000 als Gründungsjahr angenommen und somit im Jahr 2000 der runde Geburtstag vom damaligen „Berklingi" gefeiert.

Der Kirche gehörte ein Teil des Landes, das von ihr verlehnt wurde. Dies war der Grund für die urkundliche Erwähnung. Die Dorfanlage selbst erstreckt sich unregelmäßig von Nord nach Süd, die Kirche (schon 1226 erwähnt) liegt am Westrand, die alten Höfe im Süden. Weiter südlich befindet sich der Thie. 1584 hieß eine “Wanne” nach Uehrde “Heerweg”.
Dank seiner geographischen Lage wurden von jeher Windmühlen betrieben. Bereits um 1500 soll eine solche in Berklingen gestanden haben; die letzte Mühle wurde 1809 als Bockwindmühle errichtet und zwar auf dem Thie an der Goslarschen Straße in Richtung Semmenstedt. Nach der französischen Besetzung wurde 1816 eine Verordnung erlassen, wonach im ´Umkreis einer Stunde nur so viele Mühlen in Betrieb sein durften, wie es dem Bedarf entsprach´; die Bansleber Kuckucksmühle war nur eine Dreiviertelstunde entfernt! So reichten mehrere Müller 1826 eine Sammelklage gegen Berklingen ein, die jedoch 1830 abgewiesen wurde. Das Gericht bestätigte den Erhalt und Betrieb der über 200 Jahre alten Anlage. Ihre Geschichte endet mit dem Tod des letzten Müllers, Hermann Schliephake, 1940. Ein in Hachum lebender Müller wollte 1946 die vom Verfall bedrohte Mühle pachten und instand setzen. Dies wurde nicht genehmigt, jedoch wurde eine Umsetzung nach Hachum angegangen. Diese Pläne wuden durch die Währungsreform von 1948 durchkreuzt und die Spuren der Mühle verlieren sich. Nur der Name “Mühlenberg”, nahe der jetzigen Trinkwasserstation, und das zur Mühle gehörende Haus erinnern noch heute daran.

Das fruchtbare Land wurde immer wieder zum politischen Spielball, häufig wechselten die Ländereien die Besitzer. Somit erhielten die Berklinger ständig neue Grundherren, von denen sie abhängig waren. Frondienste und Tentabgaben ließen keinen Freiraum für „gemeindliches Leben". 1701 bekam Berklingen eine Schmiede, erste Kaufleute ließen sich 1867 nieder. Das Gemeindebackhaus wurde zur Bäckerei und eine Drehmaschine war der erste Schritt in die Moderne. Die Arbeiterklasse zog ende des 19. Jahrhunderts ein und verdiente in Schöppenstedter Betrieben und im Klein Vahlberger Schacht ihr Brot. Das Pfarrwitwenhaus, ein frühes Zeichen sozialen Engagements, ist die heutige Gastwirtschaft “ zur Post”.

Klein Vahlberg

Klein Vahlberg wird 1344 als Osteren-Vahlberg erstmals erwähnt, und erhielt 1367 den Namen Lüttgen-Vahlberg. Das adlige Gericht Klein Vahlberg ist ein altes Lehen der von Schwartzkoppschen Familie. Dazu gehören die Dörfer Klein Vahlberg und Wetzleben. Das Dorf hatte neben der Kirche schon sehr früh eine Schule, die die Gutsherrschaft besetzte. Zum Edelhof gehörten neben den Ländereien eine Fischerei, die Jagd und die Schäferei. In der Umgebung wurde an den Hängen der Asse Alabaster gebrochen, der zu Gips gebrannt wurde. Der mittelalterliche Turm der Kirche und das neuere Schiff sind nicht bündig miteinander und ohne ebenerdige Verbindung untereinander. Interessant ist die Gruft der Familie von Schwartzkopf.

Wenn man sich heute dem Ort nähert, fallen einem die im Norden und Süden gelegenen zwei Hügel auf, auf denen sich eine Linde bzw. eine Eiche befindet. Hierbei handelt es sich um je einen Tumulus, unter denen sich Fürstengräber befinden. Die älteste Bestattung unter dem Galgenberg stammt aus dem späten 3. Jahrtausend vor Christus, weitere Gräber wurden in der mittleren Bronzezeit (1600-1000 v. Chr.) und im frühen Mittelalter angelegt. Das Fürstengrab wird auf das 7. Jahrhundert geschätzt.

Im Jahre 1907 untersuchte F. Fuhse den Galgenberg und legte 1908 einen ausführlichen Bericht vor. Die Geschichte des Berges (sehen wir von seiner jüngsten Bedeutung als Hinrichtungsstätte einmal ab) wird dadurch erklärbar: ursprünglich existierte hier nur ein kleiner, über drei jungsteinzeitlichen Gräbern angelegter Hügel. Später, nach merowingerzeitlichen Bestattungen, wurde der Hügel zu seiner heutigen Höhe angeschüttet. Das alte Skelettgrab war mit einer Reihe von Beigaben versehen, die leider verschollen sind.


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