Samtgemeinde Elm-Asse
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Ortsbeauftragte

Ortsteil Barnstorf
Dietrich Brammer
Bistorfer Str. 1
38170 Uehrde OT Barnstorf
05332 - 3742

Ortsteil Uehrde
Sabrina Ramm
Neue Str. 12
38170 Uehrde
05332 - 6283

Ortsteil Warle
Edmund Schiewer
Bachweg 3
38170 Uehrde OT Warle
05332- 1764

Ortsteil Watzum
Dieter Mühlan
Küblinger Str. 4
38170 Uehrde OT Watzum
05332 – 94 76 11

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Uehrde liegt in 108 m Meereshöhe fünf Kilometer südlich von Schöppenstedt. Der Ort wurde erstmals im Jahre 888 urkundlich unter den Besitzungen des Klosters Corvey als "Uredu" und 988 als "Urithri" erwähnt. Der Ort ist viel älter als die Urkunden aufgezeichnet haben. Die Gegend um Uehrde war schon in der Steinzeit besiedelt, denn man hat in seiner Umgebung Funde von Steinbeilen und Steinkeulen gemacht. In dem Flurstück "Knüdel", früher "Knittel" an der Straße nach Winnigstedt wurden bei einer Abtragung eines Hügels, unter dem wohl ein Fürst begraben war, alte Urnen und Waffen gefunden. Das "Ur" im Ortsnamen deutet wahrscheinlich auf den Auerochsen hin, der hier gehaust hat oder durchgezogen ist. Der Deide- oder Dietweg deutet auf einen Heerweg hin. Er kam vom Okerübergang von Ohrum, wo Karl der Große 775 und 780 erschienen war und Taufen abhalten lassen hat, und führte weiter über den alten Salzort Schöningen nach Magdeburg.

Uehrde ist von jeher immer ein Bauerndorf gewesen. 1584 waren 11 Ackerleute und 11 Kotsassen wohnhaft. Der Baubeginn der Vorhalle der Kirche begann 1509, die erste Windmühle wurde 1584 auf dem Berge mit einem Wohnhaus errichtet. Der Ort ist in alten Flurkarten heute noch als "Mühlenspitze" bekannt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Uehrde 1627 fast vollständig zerstört. Einige alte Gebäude aus dieser Zeit sind noch an der Semmenstedter Straße und an der Winnigstedter Straße vorhanden, ebenso das alte Hirtenhaus und das Witwenhaus. Die Agrarreform 1848 löste die Abgabe des Zehnten sowie andere Dienste ab. Mit dem Rübenanbau ca. 1865 begann der Aufschwung des Dorfes. 1875 wurde die Feuerwehr, 1879 der Schützenverein gegründet. Wegen der starken Schweinehaltung auf den Dörfern wurde 1889 eine Schweinekasse gegründet. Um die Jahrhundertwende gab es in Uehrde noch verschiedene Handwerker (Bäcker, Schneider Schuster, Schmied, Sattler, Stellmacher, Dachdecker), 1 Molkerei mit anschließender Käserei, 1 Windmühle, 2 Lebensmittelgeschäfte, 1 Kurzwarengeschäft, 1 Gastwirtschaft. Da keine Verkehrsverbindung nach außen bestand, waren die arbeitsfähigen Einwohner fast alle in der Landwirtschaft beschäftigt. 1913 wurde der Ziegenzuchtverein und der Sportverein gegründet.

1925 wurde durch Spenden und Darlehen der Uehrder Bürger der Bau des Schützenhauses ermöglicht. Am Ende des 2. Weltkrieges war die Einwohnerzahl des Dorfes, durch Flüchtlinge und Umsiedler, auf über 800 gestiegen. Die 1952 erbaute neue Schule wurde 1976 zum Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. 1983 wurde der "Mühlenberg" und der "Anger" zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. Es gibt noch 10 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe, die aber viehlos wirtschaften. 1925 waren noch 75 Pferde und 140 Milchkühe im Ort.

1991 musste das Schützenhaus wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Der Neubau eines Sport- und Schützenheimes erfolgte 1994.

Uehrde war bis zur Wende eines der ruhigsten Dörfer in unserer Gegend. Von einigen Hausbesitzern werden Ferienwohnungen angeboten. 1 Gastwirtschaft, 1 Steinmetz, 1 Betrieb zur Herstellung von Gartenmöbeln und 1 Betrieb zum Einsetzen von Fenstern, sowie eine Malerin mit einem Atelier sind wohnhaft. Geschäfte gibt es in Uehrde heute nicht mehr; Einkaufsmöglichkeiten bieten sich heute in Schöppenstedt.

2004 sind noch 4 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe im Orte, die zwei männlichen Dorfbewohnern Arbeit geben. Eine aufgeräumte Feldflur mit vielen Anpflanzungen und Ruhebänken bieten Einwohnern und Gästen Erholung nach der Arbeit. Für die Unterhaltung und Abwechselung der Einwohner ist ein rühriges Vereinsleben mit Freiwilliger Feuerwehr, Sportverein, Schützenverein, Schweinekasse, Frauenhilfe, Seniorenkreis und Seniorenturnen vorhanden. Die Samtgemeinde betreibt für die jüngsten Uehrder Einwohner hier einen Kindergarten.

Barnstorf wurde 966 erstmals als Bernsherdestorp urkundlich erwähnt, als Kaiser Otto I. seinen Gefolgsmann Mamaco mit dem bisherigen Lehen des Moritzklosters in Magdeburg belehnte. An die mehr als 1000-jährige Vergangenheit erinnert der Stein an der Bistorfer Straße. Die Einwohnerzahl liegt, genau wie vor dem zweiten Weltkrieg, bei 340 Personen. Etwa 20% sind über 60 Jahre alt.

Fast alle Häuser des Ortes sind in Eigentumsbesitz. Da es im Ort selbst nur wenig Arbeitsplätze gibt, sind die Berufstätigen in der näheren und weiteren Umgebung beschäftigt. Die Barnstorfer Kinder besuchen die Kindergärten in Uehrde und Winnigstedt und - nachdem die örtliche Schule 1972 geschlossen wurde - die Schulen in Schöppenstedt, Winnigstedt und Wolfenbüttel.

Für den täglichen Bedarf gibt es noch eine Bäckerei und einen kleinen Supermarkt. In dieser Hinsicht unterscheidet sich Barnstorf von vielen anderen Dörfern, die diese Möglichkeiten nicht besitzen. Ebenfalls ist mit einer Tischlerei noch ein Handwerksbetrieb ansässig.

Barnstorf ist ein altes Bauerndorf und hat, begünstigt durch die 1937 erfolgte Aufsiedelung der Domäne, diesen Charakter erhalten. Von den ehemals 28 landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben werden heute nur noch fünf im Vollerwerb und sechs im Nebenerwerb bewirtschaftet. Barnstorf hat ca. 500 Hektar Ackerfläche, hierzu gehören seit 1300 auch die Ländereien der Wüstung Bistorf und der Mehrdorfer Hof, bis 1771 Klosterhof des Klosters Königslutter.

An Vereinen gibt es die „Freiwillige Feuerwehr“ seit 1875, den „Männer-Gesang-Verein“ von 1884, den „Turn und Sport-Verein“ seit 1947 und die „Evangelische Frauenhilfe“ seit 1948. Gemeinschaftseinrichtungen sind die Gemeinderäume der Kirche, die Familien und Gruppen für Feiern zur Verfügung gestellt werden, sowie das Sportheim.

Die Barnstorfer Kirche ist in Teilen das älteste Gebäude des Ortes. Sie stammt aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, wurde 1511 erweitert und bekam 1872 einen neuen Turm. Seit der Reformation ist die Kirchengemeinde Barnstorf Filiale von Watenstedt. Barnstorf verfügt über eine Reihe denkmalgeschützter Gebäude, darunter das älteste Wohnhaus aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, sowie die große Scheune des ehemaligen „Herzoglichen Vorwerks“ von 1610, an der man noch heute das herzogliche Wappen sehen kann.

Als Besonderheit wäre der Barnstorfer Teich zu nennen. Vor mehreren Jahrhunderten war er 33 Hektar groß, verlandete aber immer mehr und war 1835 zu Wiesen und Weiden geworden. Bis 1743, über vier Jahrhunderte lang, sprudelte eine Solequelle, die in einer Saline genutzt wurde. Übrig geblieben ist die Salzwiese, die seit 1976 unter Naturschutz steht. Bei ihr handelt es sich, neben der Seckertrift in Jerxheim, um eine der letzten binnenländischen Salzwiesen Niedersachsens. Unter der dort vorkommenden Salzflora wäre der Queller, der Andelrasen und die Strandaster zu nennen.
Die Strandaster fand 1991 Aufnahme in das Barnstorfer Ortswappen, das seit einem Jahr unsere Besucher am Ortseingang aus einem Wappenhäuschen begrüßt.

Der Name Werle (Warle) wird erstmals im Jahre 1154 in einer Urkunde Herzog Heinrich des Löwen erwähnt. In dieser ist von einem Thiedolfus de Werle die Rede. Einige Jahre später, 1188, von einem Ludolfus de Werle. Die von Warle (Werle) waren Welfische Dienstmannen. Mit Hans Philip von Werle erlischt 1626 das Geschlecht von Warle. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hieß das Dorf noch Werlle und Werle. Den heutigen Ortsnamen führt es seit 1539.

Die ursprüngliche Pfarrkirche Valentinus stammt aus dem Jahre 1464. Die Pfarre mit Vikarie war zu dieser Zeit noch selbstständig. Seit 1568 gehört die Pfarre zu Schliestedt. Auf dem Kirchengelände befinden sich 2 Grabsäulen aus dem 18. Jahrhundert. In der Kirche steht ein Stein, der laut der Geschichte als "Kitzelstein" dargestellt wird. Die Orgel im Inneren der Kirche ist 1874 von Conrad F. Euler neu erbaut worden. Die große Linde vor dem Kirchengelände steht unter Denkmalschutz.

Der ebenfalls unter Denkmal stehende Schlauchturm wurde 1947 erbaut. Es zählt zu einem der letzten noch im ursprünglichen Zustand erhaltenen Schlauchtürme im Landkreis Wolfenbüttel. Das daneben stehende ehemalige Spritzenhaus, in dem die Spritze der Feuerwehr untergebracht war, wurde mit Elmkalkstein und Rogenstein aus dem Braunschweiger Nußberg-Steinbruch erbaut.

An einer Scheune am Ausgang des Dorfes in Richtung Barnstorf ist ein historisches Ortsschild angebracht. Es wurde vom Ortsbeauftragten Edmund Schiewer unter der Mitarbeit des Bürgers Helmut Heider neu renoviert. Dieses Schild ist auch in dem Buch "Niedersachsen Historische Ortsschilder" zu sehen.

Auf dem Landwirtschaftlichen Hof Helmut Schliephakes steht ein Steinkreuz, bei dem es sich um ein Gedenkkreuz eines Verstorbenen handeln könnte.

Dieses Dorf mit seinen Bauernhöfen, das von weiten Feldern umgeben ist, auf denen sich im Sommer das Korn wiegt, lohnt sich auf jeden Fall für einen Besuch. Viele alte Geschichten und Schicksale werden in diesem kleinen Ort lebendig. 2004 feierte Warle sein 850-jähriges Bestehen mit einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm.

Die wechselhafte, mehr als 800 Jahre nachgewiesene Geschichte Watzums als bäuerliches Siedlungsdorf ist wesentlich geprägt durch die geologischen Voraussetzungen der Schöppenstedter Mulde mit ihren fruchtbaren Lößböden. So führte die außerordentliche Qualität und hohe Ergiebigkeit der Watzumer Ackerböden seit Jahrhunderten bis heute durch landwirtschaftliche Intensivnutzung zur unmittelbaren und typischen Feldeinbettung der Mulden- und Bördelandschaft. Von allen Seiten weither sichtbar thront über den Dächern der Häuser Watzums trutzig die alte Kirche als Wahrzeichen und Stolz seiner Bürger.

Durch die Lage abseits industrieller Erdbewegungen, übergeordneter Verkehrsplanungen und verdichteter Ballungsräume blieben die ortsbildprägenden Hofanlagen in Watzum fast vollständig erhalten. Die alten Höfe wurden ergänzt durch Siedlungsbauten in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die so genannten Anbauerstellen, sowie durch die Bereitstellung von Baugrundstücken zur Förderung der Eingliederung von Heimatvertriebenen nach dem 2. Weltkrieg.

Wesentlich bestimmt wird das Ortsbild durch den Komplex des Watzumer Rittergutes, erbaut 1704 unter der Regie von Landesbaumeister Hermann Korb, mit seinen Nebengebäuden und weiträumiger Parklandschaft - der „Grünen Lunge" des Ortes.

Neben dem Rittergut unterliegen der Möhrigsche Hof und der Eppersche Hof der Denkmalspflege. Über diese elitären Kulturgüter hinaus sind die Watzumer bemüht, auch die weniger markanten Objekte vor Zerstörung und Verlust zu bewahren, indem sie stärker in das Bewusstsein gerückt werden. Ihre sinngebende Bedeutung erhalten sie weniger als Denk-Male, eher als Fühl-Male. Sie vermitteln Heimatbindung, Kraft und Bereicherung.


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