Samtgemeinde Elm-Asse
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Ortsbeauftragte

Ortsteil Eitzum
Udo Herbst
Elmweg 23
38170 Schöppenstedt OT Eitzum
05332 - 947093

Ortsteil Sambleben
Kerstin Hübner
Wiesenweg 10
38170 Schöppenstedt OT Sambleben
05332 - 946606

Ortsteil Schliestedt
Marianne Marschall
Eitzumer Straße 10
38170 Schöppenstedt OT Schliestedt
05332 - 1325

Schon vorgeschichtlich sind rund um und in Schöppenstedt Besiedlungsplätze an Hand von Funden nachweisbar. Wenn wir auf einer Karte unseres Gebietes alle vorgeschichtlichen Funde eintragen, die hier gemacht wurden, wird sichtbar, dass dieser Landstrich intensiv besiedelt war. Zu Beginn unserer Zeitrechnung war die Elm-Asse-Gegend Grenzgebiet mehrerer germanischer Stämme mit ihren Siedlungsräumen.

Um die Mitte des 8. Jahrhunderts gelang dem Frankenkönig Pippin und seinem Sohn Karl dem Großen nach etwa 50 Jahre dauernden Kämpfen die Eingliederung in das Fränkische Reich. Auf Grund der günstigen Lage brachte es die Ansiedlung hier zu einem kirchlichen und verwaltungsmäßigen Mittelpunkt. So wurde Schöppenstedt sehr früh ein Rastplatz und Orientierungspunkt der Fuhrleute und Handwerker.

Im Spätmittelalter war das urkundlich erstmals 1051 erwähnte Schöppenstedt herzogliche Zollstätte, das 814 aber bereits Privilegien des Bistums Halberstadt innegehabt hatte. Schöppenstedt, zusammengewachsen aus Osten- und Westendorf im Städteviereck um den Ost-Elm, hat später dann noch drei wüst gewordene Orte (im Nordwesten Twelken, im Westen Neindorf und im Süden Allum) mit sich vereint. Lange Zeit nach der Landschenkung an das Kloster Isenburg ist das Domstift Halberstadt als Grundherr des Ortes nachweisbar.

Es befanden sich aber auch viele Liegenschaften des Ortes Alt-Schöppenstedt im Besitz herzoglicher Lehnsleute. Alt-Schöppenstedt gehörte zu den nicht eben häufigen Dörfern, die in den Jahren von 1238 bis 1240 und noch 1332 als "villa" bezeichnet, l259 und 1260 "groten Sceptenstede" genannt, durch landesherrliche Verfügung zum Flecken (Marktflecken) erhoben wurden und sich später erst zur Stadt entwickelten.

Es war nun die Aufgabe dieser erhobenen Orte als Gerichtsort, für eine Reihe von Dörfern im bescheidenen Rahmen einer Anzahl von Krämern, Hökern und Handwerkern eine gesicherte rechtliche, soziale und wirtschaftliche Grundlage zu geben und der Haupt- oder Vorort einer weiten ländlichen Umgebung zu sein.

Bereits im 14. Jahrhundert hatte Schöppenstedt die wesentlichen Merkmale einer Stadt. Bürger waren frei von grundherrlichen Diensten und Abgaben. Es gab eine Ratsverfassung, und die Bürger waren durch eine Befestigung des Ortes gesichert. Nach einem Stadtsiegel von 1490 kann angenommen werden, dass dem Ort Schöppenstedt zu diesem Zeitpunkt auch die Gerichtsbarkeit übertragen worden war.

Zur Zeit Heinrichs des Jüngeren (1514 - 1568) war die Bezeichnung Stadt für Schöppenstedt schon gebräuchlich. Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts findet sie sich regelmäßig in alten überlieferten Urkunden, weil der Ort offenbar in seiner ganzen Art von den benachbarten Städten nicht zu unterscheiden war.

Auch Unglücke gingen an dem Flecken nicht vorüber. Die großen Feuersbrünste von 1586, 1617, 1641 und 1743 suchten den Ort schwer heim. Im 30jährigen Krieg gab es neben Seuchen und Bränden auch noch Plünderungen, die sich die Einwohner gefallen lassen mussten.

Ganz besonders schrecklich erlitten die Menschen hier im Jahre 1062 den 14. Mai, als die Braunschweiger den Ort wegen des im ganzen Lande bekannten und guten Bieres überfielen.

Immer wieder bauten die Schöppenstedter ihre Stadt auf. So auch nach dem großen Brand von 1743 unter der fürsorglichen Herrschaft von Carl I. Der alte Stadtkern aus dieser Zeit ist fast noch erhalten. Aus Dankbarkeit zu ihrem Herzog sollte Schöppenstedt damals umbenannt werden in "Carlstadt". Der Herzog lehnte jedoch ab. Eine Straße ist allerdings doch nach ihm benannt wunden.


Die St. Stephanus-Kirche mit ihrem schiefen Turm zählt mit zu den Ältesten, die unter dem im Jahre 827 verstorbenen Bischof Hildegrim I. von Halberstadt erbaut worden sind. Wie alle Mittelpunktkirchen ist auch diese dem Heiligen Stephanus geweiht. Baulich hatte sich an der Kirche seit 1758 nichts verändert. Am 8. Dezember 1999 wurde der Turmhelm durch Blitzschlag und Feuer zerstört. Er wurde wieder in seiner alten Form aufgebaut. Auch die "Schieflage" (die Spitze befand sich etwa 1, 5 Meter aus dem Mittelpunkt) wurde wieder hergestellt.

Infolge der Industrialisierung erhielt Schöppenstedt 1838/39 den Bahnanschluß Wolfenbüttel - Schöppenstedt - Jerxheim - Helmstedt - Magdeburg.

1938 erfolgte die Eingemeindung des Ortes Küblingen, mit der alten, eigenartig erbauten Wallfahrtskirche. Der Ort Küblingen feierte 1966 sein 1000jähriges Bestehen.

Die Stadt Schöppenstedt hat den Philosophen, Pädagogen und Psychologen Prof. Dr. Ludwig von Strümpell zu ihrem bisher einzigen Ehrenbürger gemacht, der - "als einfaches Kind aus dem braunschweigischen Lande" am 23. Juni 1812 im Hause Jasperstraße 38, Ecke Steinweg geboren - zu einem der großen Denker aufgestiegen ist. Von Strümpell, der zu den Wegbereitern der Sonderschulpädagogik gehörte, verbrachte seine Jugendzeit in Schöppenstedt. Am Hause Jasperstr. 51 erinnert eine Gedenktafel an ihn. Die im Schulzentrum gelegene Förderschule des Landkreises Wolfenbüttel trägt seinen Namen.

Das Dorf Eitzum liegt am Rande des Landkreises Wolfenbüttel zum Landkreis Helmstedt, abseits der belebten und viel befahrenen Bundesstraße 82. Hier spürt man noch die frische Luft des Höhenzuges Elm, die in vollen Zügen zu genießen ist.
 
1829... ein kurzer Aufschluss über das Dorf "Eitzum an der Altenau"; 53 Feuerstellen, 416 Einwohner, ein Pastorat, das Gemeinde und Schuldienst gemeinschaftlich besetzten. Steuer: nach Wolfenbüttel und an derer von Bülow von Schliestedt.
 
In Eitzum gab es im vorigen Jahrhundert einen Zinngießer, welcher Johann Friedrich Carl Vehreke hieß. Sein Geburtsort war das Dorf Hessen, heute Landkreis Halberstadt/Sachsen Anhalt. Als Reservemann "unterm Bataillon Helmstedt" heiratete er am 06. Juli 1817 zu Gevensleben die Friederike Auguste Johannes Gerlach, welche zu Ingeleben geboren ist.

In den sechziger Jahren gab es in Eitzum noch eine Bäckerei, zwei Lebensmittelläden, zwei Tischlereien, einen Malereibetrieb, eine Schmiede, ein Sägewerk, ca. 14 Landwirte im Vollerwerb sowie zwei Gaststätten, eine davon mit Saalbetrieb. In den fünfziger Jahren existierten sogar noch ein Frisörsalon, zwei Kohlenhandlungen, eine Gärtnerei sowie eine Böttcherwerkstatt.
 
Eitzum hat ein Ortswappen... das Wappen, ein Entwurf des Hobby-Heraldikers Rolf-Jürgen Naumann wurde in einer Bürgerversammlung unter dem Vorsitz der Ortsbeauftragten Monika Roloff und des Ortsheimatpflegers Gerhard Otte am 19. Februar 2003 einmütig angenommen. Mit dem Wappen und seinen Farben wollen die Eitzumer Bürger die Dorfgemeinschaft stärken und ihre Verbundenheit mit der Stadt Schöppenstedt bekunden.
 
Das kulturelle Leben wird innerhalb der Volksfestgemeinschaft Eitzum großgeschrieben. Hier sind der MGV Eitzum von 1865 Gem. Chor, der TTV 75 Eitzum und die Freiwillige Feuerwehr im Vorstand vertreten. Gemeinsam werden Volksfeste, Veranstaltungen und Jubiläen geplant und ausgerichtet.

Es ist althistorischer Boden, auf dem wir uns in Sambleben bewegen. Wir befinden uns in der Gegend des sagenumwobenen Städtchens Schöppenstedt, des Raubritternestes Ampleben und des Eulenspiegeldorfes Kneitlingen; alles am buchenwaldeten Elmrand gelegen, wo einst der Ritter Hagen den Mönch Tetzel überfiel.

Im Jahre 1146 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, konnte 1996 mit großem Aufwand die 850-Jahrfeier stattfinden. Etwa in der Dorfmitte liegt das Rittergut, dessen Zentrum durch das Schloss gebildet wird. In der Erntezeit wurden früher bis zu 150 Leute beschäftigt. Es galt auch nahezu 1000 Tiere zu versorgen. Nach der Industrialisierung der Landwirtschaft wird der Betrieb heute durch den Besitzer und einen Mitarbeiter geführt.

Die Kirche ist ein Spätbarockbau mit einer rokokoartigen Innenausstattung aus naturbelassenem Tannenholz und einem barocken Kronleuchter. Die Daniel-Boden-Orgel lädt jedes Jahr mehrmals überregionale Musiker und Zuhörer zu Konzerten.

Nach dem 2. Weltkrieg haben sich in der Gemeinde völlig veränderte Lebens- und Wohnverhältnisse durch das Hereinströmen von vielen Flüchtlingen und Heimatvertriebenen gebildet. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich. Im Anschluss an das Dorf nach Süden wurden Siedlungshäuser gebaut.

In der Schule reichten die Verhältnisse nach 1945 beim Schichtunterricht mit 8 Klassen in einem überfüllten Raum nicht mehr aus. Im Schloss des Ritterguts wurde ein Raum geschaffen, in dem die unteren Klassen unterrichtet wurden.

Durch die Gebietsreform im März 1974 verlor Sambleben seine Selbständigkeit. Früher gab es in Smbleben zwei Lebenmittelläden, zwei Bäckereien, zwei Gaststätten mit Saal, einen Schmied, einen Frisör, einen Landhandel, neben dem Rittergut zehn Bauernhöfe, davon jetzt noch drei Nebenerwerbslandwirte.

Das Elmwasser fließt seit 1910 aus der Quelle im Meinetal bergab zum Sammelbehälter an der Friedenseiche. Das frische Nass gelangt ganz allein auf die Höhe. Aber nicht nur das Wasser fließt heute nach Schöppenstedt bergab.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde im Jahre 1875 von neun Männern gegründet. 1977 fand sich zudem, als Zweite im Landkreis, eine Frauengruppe in gelben Gummistiefeln. Seit Ende 2002 gibt es eine Jugendfeuerwehr.

Der Schützenverein gestaltet ein geselliges Vereinsleben mit Schützenfest, Elmkönig-, Weihnachtsgans-, Ostereierschießen. Am Freitagabend finden im Schützenhaus Übungsschießen statt.

Der Fußball-Club verfügt, dank tüchtiger Hilfe in Eigenleistung und intensiver Pflege, über eine der besten Sportanlagen im Kreis. Neben einer Damen-Gymnastikgruppe existiert auch seit einigen Jahren eine Karateabteilung.

Den Seniorenkreis gibt es seit 1977. An jedem ersten Donnerstag im Monat finden gesellige Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus statt. Darüber hinaus werden Ein- und Mehrtagesfahrten durchgeführt.

Der Dorfschelm „Samb" löste am Heimatabend 1995 in der Eulenspiegelhalle mit seinem bunten Programm Beifallstürme aus. Seit 2003 führt er den Festwagen beim jährlichen Karnevalsumzug.

Das kleine Dorf Schliestedt, Ortsteil der Stadt Schöppenstedt, befindet sich am Ostrand der Schöppenstedter Mulde, die sich zwischen den beiden Höhenzügen Elm und Asse erstreckt. Unter geologischen Aspekten sind besonders die nördlichen und östlichen Gebiete des Ortes interessant, da hier an einigen Stellen auf den Feldern fossilreiches Juragestein zutage tritt. Die hügelreiche und bewaldete Umgebung des „Burgtals“, etwa 800 m nördlich des Dorfes, lädt zu Spaziergängen ein und ermöglicht herrliche Aussichten auf die Landschaft vor dem Elm.
 
Geschichtlich gesehen ist Schliestedt sicherlich älter als tausend Jahre und darüber hinaus belegen zahlreiche Fundstellen in der Nähe des Ortes auch eine sehr frühe Besiedlung in der Jungsteinzeit.

Von der mittelalterlichen Burg Schliestedt (Slizstide), die sich im „Burgtal“ nördlich des Dorfes auf einem langgezogenen Sandsteinrücken befand, sind kaum noch Spuren vorhanden, jedoch zeugen uralte Hainbuchen und das zerklüftete Gelände vom ehemaligen Standort der alten Burganlage.
 
Als im 14. Jahrhundert die Burg zerfallen war und die Ruine als Räuberschlupfwinkel diente, brachte dies Schliestedt den Ruf eines „argen Raubnestes“ ein. Später wurde im Ort eine neue Burg, vermutlich eine Wasserburg, errichtet. Auch an ihr nagte der Zahn der Zeit und so ließ der damalige Gutsherr und Minister unter Herzog Carl I Heinrich Bernhard Schrader 1760 die alte Burganlage abbrechen und an ihrer Stelle sein Herrenhaus „procul negotiis“, also „fernab der Geschäfte“ erbauen. Das Rokokoschloss scheint ein Werk von Martin Peltiers zu sein und weist die stärkste Rokokoausbildung im Wolfenbütteler Gebiet auf. Der Prunksaal in seinem Inneren ist mit herrlichen Stuckarbeiten und Gemälden (Die vier Jahreszeiten) von Joseph Gregor Winck ausgestattet. Seit 1950 wird das Schloss und die umgebenden Gebäude als Senioren- und Pflegeheim genutzt und steht heute unter privater Leitung.
 
Wie das Schloss, so hatte auch die mittelalterliche Pfarrkirche im Dorf eine Vorgängerin, die bei der ersten Burg gestanden hat und 1234 als „Capelle“ bezeichnet wurde. Wann genau die jetzige Kirche hier im Ort errichtet wurde, ist unbekannt. Die an der Südseite des Turms eingehauene Jahreszahl MCCCCC (1500) bezog sich sicherlich nur auf eine Erweiterung des schon vorhandenen Gotteshauses. Im schlichten Inneren der Kirche erinnert eine Inschrift mit Verzierungen über einem zugemauerten Eingang an den Erbauer des nicht mehr vorhandenen Grabgewölbes. Das Schliestedter Pfarrhaus verdankt seine Entstehung 1755 ebenfalls dem schon erwähnten Heinrich Bernhard Schrader von Schliestedt (1706-1773), der auch das langgestreckte Gebäude an der Schlossstraße als „Großes Fabriquenhaus“ hatte errichten lassen. Hierin wurde seinerzeit Seidenraupenzucht und Leinenweberei an 250 Webstühlen betrieben.

Neben dem Senioren- und Pflegeheim ist der Ort landwirtschaftlich geprägt. Doch spielt auch der Tourismus in Form von Reiterferien und Pferdeunterstellplätzen eine Rolle im Dorfbild.


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