Samtgemeinde Elm-Asse
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Remlingen

Im Jahre 1022 wird der an der Südspitze der Asse gelegene Ort Remlingen zum ersten Male in der schriftlichen Überlieferung erwähnt, und zwar als Remninge. In den nächsten Jahren erscheinen immer wieder mal andere Schreibweisen des Ortes, wie z.B. Ramnigge, Remnigge Remmelinghe, Remminghe, usw. Im Jahre 1359 tritt die heute übliche Schreibweise Remlingen auf.

Georg Engelhard Löhneysen ließ in Remlingen ein adliges Gut errichten. Dazu erwarb er in den Jahren 1599 und in den folgenden Jahren weitere Ländereien in Remlingen dazu.

Der Rittergutsbesitzer hat in Remlingen niemals einen bestimmenden oder auch nur nennenswerten Einfluß auf das gemeindliche Leben ausgeübt. Heute erinnert nur noch die alte Gutsmauer, die sogenannte "Edelmauer", an den adligen Landsitz der Löhneysen.

Remlingen war früher ein reines Bauerndorf und entwickelte sich erst seit der Jahrhundertwende zu einem Industrieort. Zwar sind von den vielen Gewerbebetrieben nicht mehr alle erhalten, aber dafür fanden sich neue und andere Branchen, die sich den heutigen Bedürfnissen angepaßt haben.

Die Gemeinde Remlingen führt folgendes Wappen:

Im Blau eine goldene Spitze mit blauem Schlegel und blauem Eisen, schräg gekreuzt, oben links ein goldenes Zahnrad, oben rechts eine goldene Pflugschar. Das Zahnrad verweist auf die Maschinenfabrik im Ortsteil Remlingen, die Pflugschar auf die bis in die Neuzeit bestimmte Landwirtschaft und Hammer und Schlegel verweisen auf den Bergbau in Gestalt des Schachtes Asse II. Als Farben des Ortswappens wurde Blau-Gelb, die braunschweigischen Landesfarben gewählt, um die jahrhundertelange Zugehörigkeit Remlingens zum Herzogtum und Land Braunschweig zu erinnern.

Eine besondere Rolle spielte in der Geschichte der Gemeinde Remlingen der Schacht Asse II.

Der Schacht wurde ab 1898 abgetäuft. 1906 wurde mit der Errichtung der Schachtanlage begonnen. In den Jahren 1908 bis 1926 wurde vor allem das carnallitische Kalilager nördlich des Schachtes abgebaut. Die Kalirohsalzförderung wurde später eingestellt und nur noch Steinsalz gefördert. Im Jahre 1964 wurde der Betrieb des Kaliwerkes Remlingen eingestellt. Nach der Stillegung wurde der Schacht als Forschungsstätte und Endlagerungsstätte für radioaktive Rückstände ausgebaut. Heute erfolgt keine Einlagerung mehr, das Grubengebäude und der Schacht wird mit Steinsalz aus Ronnenberg verfüllt.

Die Stillegung des Asseschachtes bedeutete für das Remlinger Wirtschaftsleben zunächst einen schweren Schlag. 1964 begann das Eisenwerk Wülfel mit der Produktion von Getriebeteilen. Heute ist auf dem Firmengelände die Rematec beheimatet.

Die Versorgung der Bevölkerung in Remlingen ist durch zahlreiche weitere Firmen und Betriebe gesichert.

1932/33 errichtete der Männerturnverein durch unentgeltliche Arbeit den Vorläufer des heutigen Freibades. Das Freibad wird heute von der Samtgemeinde Asse betrieben und ist mit modernster Technik ausgestattet.

Ein besonderer Einschnitt war die Verwaltungs- und Gebietsreform 1974. Die ehemals selbständigen Gemeinden Remlingen, Klein Biewende und Groß Biewende sind seitdem Ortsteile der Gemeinde Remlingen. Die Gemeinde Remlingen wurde Mittelpunkt der neu gegründeten Samtgemeinde Asse und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde wurde hier errichtet. In Remlingen steht das Rathaus der Samtgemeinde Asse.

Schulzentrum Remlingen

Remlingen ist auch stolz darauf, daß es im Ort eine Grund- und Hauptschule und seit 1996 auch eine Realschule gibt. Für die jüngeren Kinder bietet Remlingen 2 Kindergärten mit insgesamt 125 Plätzen. Besonders erfreut ist die Gemeinde darüber, daß im Sommer 1999 eine praktische Ärztin ihre Praxis in Remlingen eröffnet hat.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde Remlingen ist durch die Ausweisung neuer Baugebiete in den letzten Jahren stetig gestiegen. Sie setzt sich wie folgt zusammen: Gr. Biewende rd. 380 Einwohner, Kl. Biewende rd. 260 Einwohner, Remlingen rd. 1460 Einwohner, zusammen also rd. 2100.

In ihrer Freizeit können sich die Remlinger in zahlreichen Vereinen die Zeit vertreiben. Hier gibt es den Bund der Vertriebenen, die DLRG Ortsgruppe, das DRK, die Feuerwehr, die Kyffhäuser Kameradschaft, den Reichsbund, den Schützenverein, den Seniorenkreis, den Gesangverein und den Sportverein. Auch die Kirche fördert das gemeindliche Miteinander mit zahlreichen Freizeitgruppen.

Besonders erwähnenswert sind die Erfolge der Jazztanzgruppen, sie machen die Gemeinde weit über den Landkreis Wolfenbüttel hinausbekannt.

In der letzen Zeit machte Remlingen auch Schlagzeilen durch die Ausgrabung einer 12m langen und bis zu 3,5 m breiten rechteckigen Grabkammer aus der Zeit um 3000 v. Chr. auf dem "Hohberg" bei Remlingen. Entdeckt wurde diese Grabkammer durch den Heimatpfleger Norbert Koch.

Klein Biewende

Klein Biewende konnte 1999 seine 825 Jahr-Feier begehen. Die erste urkundliche Erwähnung von Klein Biewende läßt sich im Jahr 1174 nachweisen. Man ist sich jedoch einig darüber, daß der Ort älter ist. Hierfür gibt es jedoch keine Belege. Die Vermutung liegt jedoch nahe, weil es sich bei der im Jahre 1174 ausgestellten Urkunde nicht um eine Gründungsurkunde, sondern um ein Schriftstück der Kirche handelt, in dem es um Grundstücksangelegenheiten geht.

Aufgrund des Jubiläums wurde ein neues Ortswappen für Klein Biewende geschaffen.

In Gold (Gelb) ein aufrechtes blaues Schwert, beseitet von zwei fünfblättrigen blauen Blüten mit goldenen (gelben) Butzen. Klein Biewende besaß vom 13. bis zum 18. Jahrhundert eine überörtliche Mittelpunktfunktion. Es war Sitz einer Gografschaft, die durch das aufrechte Schwert versinnbildlicht wird. Im 13. und 14. Jahrhundert wird ein aus Klein Biewende stammendes freies Bauerngeschlecht erwähnt, das in den Ritterstand aufstieg, und im Wappen mindestens eine fünfblättrige Blüte führte. Als Farben des Ortswappens wurde Blau-Gelb, die braunschweigischen Landesfarben gewählt, um an die jahrhundertelange Zugehörigkeit Klein Biewendes zum Herzogtum und Land Braunschweig zu erinnern.

Heute ist Klein Biewende ein kleiner idyllischer Ort. Leider ohne Einzelhandels-geschäfte und Industrie. Aber vielleicht fühlen sich gerade deshalb die Klein Biewender so wohl.

Die Zusammengehörigkeit zeigt sich auch in einem regen Vereinsleben. Klein Biewende hat hier einen Sport- und einen Schützenverein zu bieten. Auch die Freiwillige Feuerwehr trägt viel zum kulturellen Leben bei.

Groß Biewende

Der Ort wurde erstmals 1118 erwähnt. Es ist ein schwieriger Ortsname, dessen Deutung "Privatgrundstück" sein könnte. Im 13. Jahrhundert war der Ort Stammsitz der Edlen von Biewende. Groß Biewende liegt zentral zwischen den Orten Remlingen, Kissenbrück und Börßum die bequem zu Fuß oder per Fahrrad zu erreichen sind, und in denen der Bedarf des täglichen Lebens gedeckt werden kann.

Unter deren Herrschaft entstand hier auch die erste Kirche. Die Form der heutigen Kirche geht auf den Beginn des 16. Jahrhunderts zurück. Die Pfarre war seit Zeiten der Reformation mit Klein Biewende verbunden. Heute gehören zum Pfarrverband Groß Biewende neben Klein Biewende noch Kissenbrück.

Die ersten Zeugen einer Schule in Groß Biewende stammen aus dem Jahre 1569. Seit 1962 gingen die 8. und 9. Klasse nach Kissenbrück, seit 1967 das 5. bis 7. Schuljahr zur Mittelpunktschule nach Remlingen. Ab 1971 wurde die Dorfschule geschlossen. Heute besuchen die Kinder die Grund-, Haupt- und Realschule in Remlingen und die Orientierungsstufe und das Gymnasium in Wolfenbüttel.
1714 zählte das Pfarrdorf Groß Biewende 230 Einwohner. Neben der Kirche gab es die Pfarre, das Pfarrwitwenhaus, die Opferei, 8 Ackerhöfe, 4 Halbspännerhöfe, 13 Kotsassenhöfe und eine Brinksitzerstelle. Während es 1968 noch 14 landwirtschaftliche Betriebe gab, sind es heute nur noch 5 landwirtschaftliche Betriebe im Vollerwerb und ein Schäfer.

Groß Biewende

1932/33 wurde in Eigenarbeit ein Freibad gebaut, das 1994 aus Kostengründen durch die Samtgemeinde Asse geschlossen wurde. Das Freibad dient heute noch als Feuerlöschreserve.

Eine eigene Wasserversorgung besaß der Ort seit 1929 durch eine Quelle. Seit 1963 erfolgte eine zentrale Wasserversorgung durch den Wasserverband Elm-Asse. Ab 1993 hat die Samtgemeinde Asse die Wasserversorgung von Groß Biewende an die Land E übertragen, die auch den Strom liefert.

Groß Biewende hat eine Vollkanalisation. Die im Herbst 1968 in Betrieb genommene Kläranlage im Westen des Ortes wurde 1997 mit einem Aufwand von 3,7 Millionen DM erweitert. Zur Zeit werden Abwasser aus Semmenstedt, Remlingen, Klein und Groß Biewende hier geklärt. Im Jahr 2000 wurden Hedeper und Wetzleben an die Kläranlage angeschlossen. 1999 hat Groß Biewende einen Erdgasanschluß erhalten.

Seit Mitte 1995 wurde auch das zweite Lebensmittelgeschäft geschlossen, so daß heute nur noch eine Gaststätte existieren.

In Groß Biewende herrscht ein reges Vereinsleben. So gibt es neben der Freiwilligen Feuerwehr einen Gemischten Chor, Sportverein, Schützenverein, Schäferhundeverein und die evangelische Frauenhilfe.

Für den Ortsteil Groß Biewende wurde ein eigenständiges Ortswappen erstellt.

In Gold (Gelb) ein mit grüne Lindenblätter besteckter grüner Schild, worin ein goldener (gelber) Frauenarm mit Beutelärmel ist. Groß Biewende war im Hochmittelalter Sitz der reichsunmittelbaren Herrschaft der Edelherren von Biewende, die in ihrem Schildsiegel drei Frauenarme mit Beutelärmel als Wappen führten. Der goldene Schildbord versinnbildlicht zum einen die Grenze des kleinen Staatswesen Biewende, zum anderen den Ortsnamen der mutmaßlich von "biunda", einer Bezeichnung für "eingefriedetes Gelände" abzuleiten ist. Die Lindenblätter sind einerseits auf das Wappensiegel (ein Lindenbaum) des Ritters Spiering von Biewende, andererseits auf die Linden vor der Ortskirche (Naturdenkmal) zurückzuführen. Die Farben der beiden historischen Wappen sind nicht überliefert, daher wurden Grün und Gold als Farben der Landwirtschaft gewählt.


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